Gute Geschäfte mit der Marktplatz-Methode

Die Marktplatz-Methode bringt Unternehmen und gemeinnützige Organisationen aus einer Stadt für eine Stunde für eine ungewöhnliche Begegnung zusammen. Wie auf einem Markt treffen hier Angebot und Nachfrage aufeinander und es werden gemeinsame Vereinbarungen getroffen. Den Formen des Engagements sind dabei keine Grenzen gesetzt, nur Geld ist tabu. In mehr als 100 Kommunen wurden mit der Marktplatz-Methode bereits über 25.000 Gute Geschäfte für das Gemeinwesen verwirklicht.

Erstmalig im Münsterland, wurde diese Methode nun auch in Bocholt umgesetzt.

Der Charme der Marktplatz-Methode besteht darin, dass dem Engagement nur eine Grenze gesetzt wird: Auf dem Marktplatz für Gute Geschäfte darf über alles gesprochen werden, nur nicht über Geld. Dieses Tabu aktiviert auf beiden Seiten Phantasie und Kreativität für Projekte, in die örtliche Unternehmen aktiv und persönlich eingebunden sind.

So werden Ressourcen und Kompetenzen für gemeinnützige Anliegen mobilisiert, die auch quantitativ betrachtet oft mehr “Wert” sind als die Geldspende, die Unternehmen üblicherweise geben können: Zeit und helfende Hände, Wissen und Kenntnisse, Hilfsmittel und Logistik, Gelegenheiten und Kontakte.

Grußwort des Bürgermeisters

Liebe MitbürgerinnenBürgermeister Peter Nebelo
und Mitbürger,

zum ersten Mal findet der Bocholter „Marktplatz“ statt. Ähnlich einem Wochenmarkt kann man sich die Atmosphäre in dem etwa einstündigen Zusammentreffen gemeinnütziger Organisationen und lokaler Unternehmerschaft auch vorstellen. Es ist wuselig, es ist laut und überall werden „Waren“ angeboten. Angebot und Bezahlung bestehen aus Leistungen, die Unternehmen außerhalb ihres Tagwerks für soziale Projekte erbringen und Leistungen, die gemeinnützige Akteure der Unternehmerschaft anbieten. Geld ist an diesem Tag tabu. So kann es zum Beispiel dazu kommen, …

Wirkungsvoll und innovativ

Unternehmen aller Branchen und Größen konnten auf dem 1. Bocholter Marktplatz engagierte Vereine, Initiativen und Einrichtungen aus den Bereichen Soziales, Jugend, Bildung, Kultur, Sport, Umwelt, etc. in Bocholt kennen lernen und direkt ein passendes Projekt finden, das ihr spezifisches Engagement-Angebot gut gebrauchen kann. Dies kann auf eine einmalige Kooperation begrenzt – oder der Beginn einer längerfristigen Beziehung sein. So können sich Unternehmen an ihrem Standort dort für ein besseres Gemeinwesen einsetzen, wo es ihnen nötig und möglich erscheint.

Dabei handelt es sich nicht um eine Einbahnstraße. Auch die Gemeinnützigen machten den Unternehmen mit den ihnen eigenen Aktivposten außergewöhnliche Angebote: Ihr spezielles Wissen beispielsweise für Beratungen, Gelegenheiten für die Personalentwicklung, Einblicke in andere Lebenswelten, Unterstützung bei Betriebsfeiern und vieles mehr. Und nicht zuletzt: Ein gutes Gefühl bei der tatkräftigen Beteiligung an der Bearbeitung konkreter Probleme am Standort Bocholt, die auch den Unternehmen unter den Nägeln brennen, in Projekten und Vorhaben, die sonst nicht, nicht so oder nicht jetzt möglich wären.

Beispiele für gute Geschäfte

Kein Marktplatz-Projekt ist wie das andere. Im Gespräch kommen die Projektpartner häufig noch auf neue Ideen.
Hier einige Beispiele für Gute Geschäfte, die auf einem Marktplatz entstehen können.

  • Ein Unternehmensberater unterstützt ein Ambulantes Therapiezentrum dabei, einen professionellen Businessplan für ein geplantes Kunst- und Kulturcafé zu erstellen. Als Gegenleistung kann er an allen Veranstaltungen teilnehmen.
  • Die Aktiven eines gemeinnützigen Vereins erhalten von Mitarbeitern eines IT-Unternehmens kostenlose Word- und Excel-Schulungen. Im Gegenzug bietet der Verein Unterstützung bei Reparaturarbeiten an.

Wirksame Förderung sozialer Kooperation

Ein Marktplatz in einer Stadt wird häufig regelmäßig durchgeführt und ist offen für alle, funktioniert aber auch für spezielle Themen, in einzelnen Quartieren oder Stadtteilen. Auch in Bocholt ist beabsichtigt, nach 2017 weitere Marktplätze für Gute Geschäfte statt finden zu lassen und die Methode so zu einem regelmäßigen Angebot werden zu lassen. Viele Kommunen feiern mittlerweile bereits ihren 10. Marktplatz für Gute Geschäfte.

Seit Ende 2006 haben ca. 350 Marktplätze in gut 100 großen und kleinen Kommunen in Nord, Süd, Ost und West stattgefunden und über 25.000 neue Kooperationen hervorgebracht. In vielen Fällen sind daraus zudem längerfristige Beziehungen zwischen Unternehmen und Gemeinnützigen vor Ort entstanden.

Neben dem Lokalen Aktionstag ist die Marktplatz-Methode damit ein wirkungsvoller Einstieg in die Initiierung neuer sozialer Kooperationen von Unternehmen, Gemeinnützigen und Verwaltung.

Und so hat es funktioniert!

#01

Unternehmen und Organisationen haben sich schriftlich zur kostenlosen Teilnahme an den Info-Veranstaltungen angemeldet.

#02

Unternehmen und Organisationen erfuhren in Info-Veranstaltungen alles Wissenswerte rund um das Projekt.

#03

Unternehmen und Organisationen konnten weitere Beratung, Begleitung und Unterstützung in Anspruch nehmen.

#04

Am 11. Mai 2017 um 18:30 Uhr ertönte der Startgong: 60 Minuten lang wurden Kontakte geknüpft, Projektwünsche besprochen und Vereinbarungen geschlossen.

#05

Dabei wuden die Unternehmen und Organisationen von „MaklerInnen“ bei der Partnersuche unterstützt.

#06

Die Engagement-Vereinbarungen wurden von ehrenamtlichen „Notaren“ schriftlich fixiert.

#07

Das Netzwerken ging beim anschließenden Imbiss weiter.

© Copyright Stadt Bocholt, alle Rechte vorbehalten